Wissenschaft trifft Demografie: Reproduktionsmedizin im Spannungsfeld von Ethik und Innovation

Mitwirkende:

Dr. Nicole Petrovits

Ärztliche Leiterin Kinderwunschklinik Goldenes Kreuz

“Status quo in der Reproduktionsmedizin – Wünsche, Herausforderungen, Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin”

Dr. Nicole Petrovits studierte Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und absolvierte Praktika in Australien und Großbritannien. Nach ihrer Facharztausbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe (Spezialgebiet Reproduktionsmedizin), war sie im Bereich In vitro-Fertilisationen tätig. 2012-2016 arbeitete sie als Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am KH Oberwart und leitete die Kinderwunschambulanz, danach war sie  als Reproduktionsmedizinerin in verschiedenen Kinderwunschambulanzen in Wien tätig. Seit 2022 ist sie Ärztliche Leiterin des Kinderwunschzentrums der Privatklinik Goldenes Kreuz. Sie verfügt u.a. über das ÖÄK-Diplom für Genetik und absolvierte ein Ethik-Masterstudium an der Universität Wien.

Dr. Nicolas Rivron

Forschungsgruppenleiter am IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW

“Using stem cells to model human early embryogenesis in a dish”

Dr. Nicolas Rivron ist in Frankreich geboren und aufgewachsen und studierte dort Biotechnologie. Nach einem Aufenthalt in den USA forschte Rivron in den Niederlanden im Bereich Zellbiologie. Nach seiner Promotion gründete er sein eigenes Labor am MERLN Institute in Maastricht und war Gastforscher am Hubrecht Institut in Utrecht.

Seit 2019 ist Nicolas Rivron Gruppenleiter am IMBA (Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW) in Wien, wo er mit seinem Team ein „Blastoiden-System“ basierend auf Stammzellen entwickelte. Das Rivron Lab erforscht anhand dieser Modelle, was in den ersten Tagen nach der Befruchtung einer Eizelle passiert, und generiert damit wertvolles Wissen rund um Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit und Verhütung. 2020 wurde Nicolas Rivron mit einem „Consolidator Grant“ und 2022 mit dem „Proof of Concept Grant” des European Research Council (ERC) ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit als Forscher ist Nicolas Rivron die Beschäftigung mit ethischen Fragen im Bereich Reproduktionsmedizin ein wichtiges Anliegen. Auch in diesem Bereich ist er ein international gefragter Experte.

Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger

Medizinische Universität Wien – Institut für Medizinische Genetik und Wunschbaby Institut Feichtinger

“Vom Embryoid zum Embryo, von der genetischen Diagnostik zur Ethik.”

Univ. Prof. Dr. Markus Hengstschläger studierte Genetik in Wien und Yale und ist heute Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik der MedUniWien, Leiter der Abteilung Genetik des Wunschbaby Instituts Feichtinger, stv. Vorsitzender der österreichischen Bioethikkommission und Präsident der österreichischen Gesellschaft für Stammzellforschung. Der vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler ist außerdem als Unternehmensgründer, Wissenschaftsmoderator und Autor tätig.

Univ.-Prof. Dr. Eva Beaujouan

Universität Wien, Institute für Demographie

Eva Beaujouan studierte angewandte Mathematik und Demographie an der Universität Paris und arbeitete als Postdoktorandin am ESRC Centre for Population Change der Universität Southampton. Seit 2012 forscht sie in Wien, wo sie derzeit die Position einer Assoziierten Professorin am Institut für Demographie der Universität Wien innehält. Sie untersucht Fertilität und familiäre Veränderungen, insbesondere in Ländern, in denen die Elternschaft aufgeschoben wird. Sie ist die Leiterin des Projekts BIC.LATE „Biological, Individual and Contextual Factors of Fertility Recovery“, für das ihr ein ERC Consolidator Grant zuerkannt wurde. Im Rahmen dieses Projekts erforschen sie und ihr Team die Bedingungen, unter denen Menschen in ihren späten 30er und 40er Jahren Kinder bekommen.

Dr. Henrike Brandstötter

Abgeordnete zum Nationrat, NEOS Parlamentsklub

Henrike Brandstötter ist seit 2019 Abgeordnete des österreichischen Nationalrats (NEOS). Sie war zuvor Sprecherin für Medien, Frauen, Startups, Auslandsösterreicher:innen sowie Entwicklungszusammenarbeit. Neben ihrer Tätigkeit im Parlament ist Henrike Brandstötter auch als Autorin tätig und hat in der Vergangenheit zahlreiche Funktionen in Marketing, Kommunikation und Journalismus durchlaufen.

Dr. Johanna Kostenzer

Senior Public Affairs Specialist, BBMRI-ERIC

Johanna Kostenzer, PhD ist Senior Public Affairs Specialist bei BBMRI-ERIC, der europäischen Forschungsinfrastruktur für Biobanken im Health & Life Sciences Bereich. Zuvor war sie Leiterin der Wissenschaftsabteilung der „European Foundation for the Care ofNewborn Infants“ und hat als Marie Skłodowska-Curie Postdoc Fellow an der Erasmus Universität Rotterdam geforscht. Als Sozialwissenschafterin hat sie dort zum Thema „SocialEgg Freezing” gearbeitet und sich v.a. mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen, den vorherrschenden Meinungsbildern, sowie den persönlichen Erfahrungen von Frauen beschäftigt, die ihre Eizellen vorsorglich einfrieren lassen.

Moderation, Birgit Dalheimer

Ö1 Wissenschaftsredaktion

Studium der Molekulargenetik in Wien und Manchester (GB). Seit ewig Wissenschaftsredakteurin beim Radiosender Ö1. Staatspreis für Wissenschaftsjournalismus 2018.

Image: Copyright Anna Stöcher